ÄRGERT DICH DEIN RECHTES AUGE


Das Buch

Nach fast fünf Jahrzehnten liegt jetzt das Hauptwerk eines der schillerndsten und bedeutendsten Autoren der frühen Bundesrepublik wieder vor: Heinrich Schirmbecks „Ärgert dich dein rechtes Auge“. Schirmbecks Roman – eine düster-beklemmende Topographie des Atomzeitalters und, wie Karl August Horst nach Erscheinen der Erstausgabe 1957 schrieb, der einzige Wissenschaftsroman von „literarischem Rang“ in Deutschland – stellt die auch heute, im Zeitalter der kaum mehr zu kontrollierenden Nuklear- und Gentechnik, noch immer aktuelle Frage nach der Verantwortung der Naturwissenschaftler für ihr Handeln.

 

Ärgert Dich Dein rechtes Auge

  • Heinrich Schirmbeck
  • Leinengebunden
  • 556 Seiten
  • ISBN 978-3-927110-19-9

29,50 €

  • verfügbar
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Können ein menschliches Gewissen und ein Intellekt, der Atome spaltet, der in unser biologisches Erbgut verändernd eingreift, noch in demselben Kopf geborgen sein? Darf ein Herz, das liebt und fühlt, zugleich den Tod oder die Manipulation alles irdischen Lebens ausbrüten?

Der Konflikt zwischen einer solchen Wissenschaft und dem Leben, der Gegensatz von Vernichtung und Fortschritt, der sich nicht erst seit den Appellen des Club of Rome und dem Abkommen von Kyoto erschreckend offenbarte, wird in diesem Roman in seiner ganzen menschlichen Tiefe und Abgründigkeit ausgelotet. 

 

Ein junger Wissenschaftler erzählt die Geschichte seines Werdens und Reifens. Zwischen Mystik und Mathematik, Eros und Abstraktion, Sadismus und Liebe hin und her geworfen, gerät er in den Strudel menschlicher Beziehungen, die an der Gespaltenheit seines Gefühlslebens zerbrechen. Thomas Grey ist ein Doktor Faustus unserer Welt. Sein Streben ist so sehr den eisigen Höhen abstrakter Welterkenntnis verhaftet, daß er seiner Aufgabe als Mensch nicht genügen kann. Seine Liebesbindungen enden tragisch, dafür hat er die Gabe der geistigen Freundschaft. Der Prinz de Bary, sein Mentor, ein prominenter Physiker; Leister Gracq, der Lehrer seiner Kindheit; van Beck, ein Sektierer und manichäisch angehauchter Gesellschaftsreformer; Maxim, ein junger Lyriker, der von der Idee besessen ist, für die Sünden der menschlichen Zivilisation durch eine christusähnliche Passion sühnen zu müssen; Hauptmann Moras, ein schöngeistiger Militär; Moira, eine Erotomanin des Tanzes; und schließlich Giselle, eine junge Blinde, die im Schatten ihres Vaterkomplexes nach der Gloriole eines übermenschlichen Opfers tastet – das sind nur einige Figuren aus der Fülle derer, die den Weg des Thomas Grey kreuzen. Seine Geschichte ist in die Spannungen der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs verwoben. Der Schatten der atomaren Bedrohung liegt über allem und gibt dem Roman eine eigentümliche Note, eine Faszination, wie sie nur wenigen epischen Aussagen unserer Tage eigen ist.

 

Friedrich Sieburg sprach von einem Werk voller „phantastischer Einbildungskraft“, und die „New York Times“ erklärte Ärgert dich dein rechtes Auge, als das Buch 1961 in den Vereinigten Staaten erschien, zum „intellektuell anspruchsvollsten Roman, den uns Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg, wenn nicht gar seit dem Erscheinen von Thomas Manns ,Zauberberg‘ bescherte.“ 


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